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Gemeinde Hardheim
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Gerichtstetten


Panorama Gerichtstetten
Gemarkungsgröße 1.471,14 ha

Geschichte in Kürze
Die Entstehung des Haufendorfs Gerichtstetten, am flach eingeschnittenen Oberlauf der Erfa gelegen, könnte in merowingische Zeit zurückreichen. Die vorgeschichtliche Besiedlung der Gegend durch die Kelten wird durch die Viereckschanze im südlich des Dorfes gelegenen Zimmerwald belegt.

Erstmalige Erwähnung findet der Name in einer Amorbacher Urkunde des Jahres 1214, die ein Godeboldus de Gerrichisteten bezeugt; dagegen wird der Ort selbst erst 1348 erwähnt.
Auch Gerichtstetten gehörte wohl einst zur Grundherrschaft des Klosters Amorbach. Eine Niederadelsfamilie, die sich nach dem Ort benannte und zwischen 1214 und1363 in Quellen nachweisbar ist, nahm offenbar in dieser Periode die örtlichen Vogteirechte wahr. Ab dem 14. Jahrhundert lag die Ortsherrschaft zur einen Hälfte beim Kloster Amorbach, zur anderen als Wertheimer Lehen bei diversen Ministerialgeschlechtern, u.a. für 150 Jahre bei den Herren von Hardheim bis zu deren Aussterben im Jahr 1607. Die Grafschaft Wertheim konnte in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts gleich mehrere heimfallende Lehen im Umfeld einziehen und errichtete 1632 ein Amt Gerichtstetten. Die Amorbacher Dorfhälfte gelangte im 16. Jahrhundert über die Herren von Adelsheim und die von Boxberg an Kurpfalz, dem Amt Boxberg zugeordnet. Mangelndes Interesse der Pfalz an den entlegenen Gebieten führte 1691 zum Gebietstausch mit dem Hochstift Würzburg. Im Kondominat mit der Grafschaft versuchten die Würzburger Bischöfe die Rechte des kleineren Partners auszuhöhlen, ehe Säkularisation und Mediatisierung die Konkurrenz beendeten und Gerichtstetten schließlich dem Großherzogtum Baden zuordneten.

Kirchengeschichtlich hat das Dorf eine bewegte Vergangenheit aufzuweisen. Die Kirche St. Burkhard wird bereits 1320 anlässlich einer Ablassgewährung erwähnt. Das Patronatsrecht lag beim Kloster Amorbach. Dennoch gelang es dem Mitvogtsherr Wolf von Hardheim in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts mit der Präsentation eines lutherischen Geistlichen die Reformation einzuführen. Die Kurpfalz übernahm die Hardheimer Rechte und setzte während ihrer Mitherrschaft einen reformierten Pfarrer ein, unterbrochen während der Wirren des 30jährigen Krieges. Unter würzburgisch-wertheimischem Kondominat fiel Amorbach sein altes Präsentationsrecht wieder zu und die Reformation in Gerichtstetten endete als historisches Zwischenspiel.



Hardheim im fränkischen Odenwald
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